Did you ever get your hopes up?

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Tat oder Wahrheit in der Schule hatte definitiv immer etwas damit zu tun, die Jungs aus der Oberstufe zu knutschen. Damals haben wir das wohlmöglich nur gespielt, in der Hoffnung, dass unsere geheimsten Wünsche unser Dare würden. Provoziert durch die naive Anwendung umgekehrter, doch aber durchschaubarer Psychologie: „Oh sag jetzt bloß nicht, Adam!“
Klar.

Heute ist es andersherum. Das zu tun, was jemand befielt, ist nahezu unmöglich. Meistens reicht schon das unterschwellige Gefühl einer Erwartung, um ein tiefes Gefühl des Widerstrebens hervorzurufen. Nicht im geringsten weniger manipuliert und trotz aller Durchschaubarkeit schwer zu durchbrechen. 

Als junges Ding schien es schier unmöglich, den Mut aufzubringen, es aus freien Stücken zu tun. Hallo zu sagen. Ein paar Jahre später ist es fast einfacher die Kurzwahltaste auf dem Handy zu wählen als einfach mal abzuwarten. Oder direkt miteinander ins Bett zu gehen statt sich nach einem ersten Kuss zu verabschieden und voller Schmetterlinge im Bauch der Hoffnung auf ein Wiedersehen hinzugeben. 

Erschüttert durch die Erfahrung, dass die Dinge erst immer dann so werden wie man es sich erträumt hat, wenn man längst nicht mehr damit rechnet, scheint es häufig schon schier wahnsinnig, sich Hoffnungen zu machen. 

Und so manipulieren wir uns selbst statt zu knutschen. Unterdrücken Erwartungen in der Hoffnung, so das Erwünschte zu bekommen, da wir es ja eigentlich gar nicht so sehr wollen. Wollen wir aber doch.

Die Hoffnung ist zur Hälfte Mut. (Honoré de Balzac)


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