Breaking up always hurt everyone

theklawilkening_time_didyouever.jpg

Trennung sind per se scheiße.

Mögen sie für den, der den Mut hat es auszusprechen, kurzweilig befreiend sein, steckt hinter ihnen doch eine Menge Schmerz, Zurückweisung und Enttäuschung, die oft näher unter der Oberfläche brodelt, als man es sich selbst eingestehen möchte. Der Verlassene steht unter Schock. Es greift das Ego, das zuweilen die meiste Kraft in der Not entwickelt und darum zum Sturmführer wird. Verletzte Eitelkeiten tarnen Schmerz und Angst und lenken ab, von dem, warum das Herz einem wirklich blutet.

Die Kraft, die Liebe, die Hoffnung, die in jeder neuen Beziehung keimt, wächst und wenn sie irgendwann doch keine Früchte (mehr) trägt, steht man vor einem unorganischen Scherbenhaufen. Soweit so jede Trennung.

 

Nun ist es meine erste Trennung, die, wenn man es mal genau nimmt, keine Trennung, sondern eher eine Umschichtung ist. Es bleibt nämlich ein kleiner junger Mann, den wir einst voller Liebe bekommen haben. Nun trennt man sich und trennt sich nicht, denn schon nach dem Satz „Ich ziehe aus“ folgt, „wie geht es dann weiter?“. Es gibt keine Phase, kein Moratorium, keinen Freifahrtsschein für Blödsinnigkeiten. Eine Trennung mit Kind ist nicht einmal zukunftsorientierter als eine Trennung ohne, sondern sie beginnt sofort im Hier und Jetzt nicht mehr zu existieren, schon die nächste Stunde braucht eine neue Definition der Beziehung der Getrennten zueinander. Im deutschen Fachjargon sind wir nun beide „alleinerziehend.“ Zwei alleinerziehende, ein Oxymoron wie das vorläufige Endergebnis. Und auf dieses wetten wir nun. Sofort.


Nur können nur alle gewinnen oder alle verlieren.

Während sich mit der Decke überm Kopf auf den Rücken zu legen vermutlich das Klügste wäre, schießen die ehemaligen Lovebirds um sich, betiteln alles mit dem Wohl des Kindes und meinen vermutlich den guten alten Selbstschutz.


Nun spreche ich ein Plädoyer dafür aus, dass jedes menschliche Wesen, das sich selbst in eine Beziehung begeben hat, hatte, begeben wollte, nicht allein vom Selbsterhaltungstrieb lebt. Tat man dies doch eigentlich, um zusammen mit einem anderen Wesen stärker, glücklicher, heiler zu sein.


Das WIR stirbt, das ICH ICH ICH ICH hechelt bedrohlich vor sich hin. Gestützt von Stammtischparolen, tiefen Gläsern oder Übergangsgeschichten schafft man erfolgreich Distanz. Die dann mühsam wieder abgebaut werden muss, denn eigentlich wollte man doch keinen Rosenkrieg. Ein Wimpernschlag und schon fühlt man sich wie bei Vera am Mittag.


Es ist wie eins und eins macht zwei oder halt eins minus eins macht null. Oder ein mal eins bleibt eins, genauso wenn man’s teilt. Vielleicht durchläuft man während einer Beziehung einfach die vier Rechenzeichen und Glück haben die, deren Endergebnis keine Differenz ist.


Your Comments